Traditionelle Thaimassage – ein Fall für Kinder?

Die lieben Kleinen haben im Alltag mitunter schon mit ausgewachsenen Problemen zu kämpfen. Raufereien und Streitigkeiten im Kindergarten, in der Schule oder in der Freizeit, schwere Schulranzen, hohe Anforderungen an Leistung und Konzentration, viel Sitzen und wenig Bewegung – das alles hinterlässt seine Spuren in Körper und Geist eines Kindes. Ein anfälliges Immunsystem, Haltungsschäden, Kopf- und Rückenschmerzen, Überforderung, Verstimmungen oder Verspannungen sind nur einige gesundheitliche und mentale Störungen, die aus den unterschiedlichen Belastungen resultieren können.

Ihren Kindern bei Beschwerden auf besonders sanfte und schonende Art Linderung zu verschaffen, ist ein Anliegen vieler Eltern. Nicht zuletzt aus diesem Grund entscheiden sie sich für die Homöopathie, um dem Nachwuchs helfen zu können, ohne das Risiko schädlicher Nebenwirkungen eingehen zu müssen. Eine traditionelle Thaimassage ist eine weitere sanfte Methode, verschiedenen Kinderleiden vorzubeugen oder entgegenzuwirken. Wie bei der Homöopathie (lesen Sie hierzu den Beitrag „Sanfte Heilung im Einklang mit der Natur“) fragen wir uns zunächst jedoch auch hier, ob es richtig ist, sie bei Kindern anzuwenden.

Eignet sich eine traditionelle Thaimassage auch für Kinder?

Eine Thaimassage-Praxis, die eine spezielle Baby- oder Kindermassage anbietet, ist keine Seltenheit. Bei Massagen für Erwachsene, die eine Mischung aus Akupressur, Fußreflexzonenmassage und passivem Yoga darstellen, wird der Körper unter Einsatz von Handballen, Ellbogen, Knien, Füßen oder dem ganzen Körper der Masseurin oder des Masseurs kräftig bearbeitet sowie gebogen und gedehnt. Bei Kindern kommen die Massagetechniken jedoch in abgeschwächter Form zur Anwendung, um eine eher milde Wirkung zu entfalten. Kraftvolle Griffe, energische Tritte und die Belastung mit dem Körpergewicht des Behandelnden sind also bei einer Kinder-Thaimassage nicht zu erwarten.

Vielmehr werden über sanfte Streicheleinheiten, die den Anwendungen der klassischen Babymassage nicht unähnlich sind, die Muskulatur gelockert, die Organfunktionen stimuliert und innere Ruhe, Gelassenheit und ein allgemeines Wohlbefinden hergestellt. Dies stellt sich vor allem auch dadurch ein, dass dem Kind durch die Berührungen und die Nähe ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt wird.

Achtung: Bei Kindern, die unter

  • Fieber,
  • Haut- oder Herzerkrankungen,
  • Muskel- oder Gelenkentzündungen,
  • Rheuma oder
  • zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck

leiden oder bei denen Ärzte andere Bedenken geäußert haben, sollte – ähnlich wie bei Erwachsenen – die traditionelle Thaimassage jedoch nicht zum Einsatz kommen.

Die Frage, ob sich eine Thaimassage auch für Kinder eignet, kann also, unter der Einschränkung, dass sie in abgeschwächter, kindgerechter Form angewandt wird und dass das Kind keine Erkrankungen hat, die einer Anwendung entgegenstehen, mit „ja“ beantwortet werden.

Welche Wirkungen können Thaimassagen bei Kindern entfalten?

Indem durch Thaimassagen Muskeln gelockert sowie neue Energien aktiviert und freigesetzt werden, helfen sie dabei, Verkrampfungen und Verspannungen abzubauen, die sich beispielsweise aufgrund von Stress und Nervosität im Alltag bereits in dem kleinen Körper festgesetzt haben. Auch können Beschwerden im Bereich von Kopf, Nacken, Schultern oder Rücken und etwaige Haltungsschäden, die aus Verhärtungen und Verkrampfungen von Muskeln resultieren, dank Massagen gelindert und überwunden werden. Zugleich dient die gestreichelte Form der Thaimassage bei Kindern dazu, Muskelkrämpfen, Muskelkater und Verspannungen vorzubeugen.

Dank der Streicheleinheiten werden ebenso die Ausschüttung von Wachstumshormonen durch das Gehirn der kleinen Massagepatienten sowie die Blutzirkulation, der Kreislauf, der Lymphfluss, der Stoffwechsel und die Verdauung verbessert und stimuliert. Auf diese Weise wirken sich die Massagen vorteilhaft auf die gesamte körperliche Entwicklung des Kindes und die Stärkung seines Immunsystems aus.

Neben der körperlichen wird jedoch auch die geistig-seelische Ebene des Kindes positiv beeinflusst. Die tiefgreifende, wohltuende Entspannung, für welche die Thaimassage sorgt, trägt dazu bei, dass sich auch der Geist von Verstimmungen erholen und neue Kraft tanken kann. Nicht zuletzt kann durch die Thaimassage somit auch das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt werden.

Welche Anforderungen sollte eine Thaimassage-Praxis erfüllen?

Da den kleinen Körpern von Kindern durch falsche Griffe und Anwendungen noch schneller Schaden zugefügt werden kann, sollte es sich bei der Thaimassage-Praxis, die Eltern für ihre Kinder auswählen, um ein Studio handeln, in dem ausschließlich gut geschulte und verbürgte Masseurinnen und Masseure mit einschlägiger Erfahrung und fundierter Ausbildung arbeiten. Welche Qualifikation die Behandelnden haben sollten beziehungsweise, was bei der Wahl des richtigen Thaimasseurs oder der richtigen Thaimasseurin zu beachten ist, können Sie im Beitrag „Das sollten Sie über eine traditionelle Thaimassage wissen“ beim Onlinemagazin Frauenparadies nachlesen.

Weil die Kleinen, obgleich sie bei der traditionellen Thaimassage angekleidet bleiben können, auch mit den Räumlichkeiten, der Massageliege und nicht zuletzt dem Behandelnden selbst in Kontakt kommen, sollten auch die Hygienestandards des Studios über jeden Zweifel erhaben sein. Ein gutes Zeichen ist es zudem, wenn die Praxis Kinder-Thaimassagen per se ausschließlich in Begleitung eines erziehungsberechtigten Erwachsenen anbieten. Ist Mama oder Papa bei der Behandlung dabei, können sich sowohl die Eltern als auch die Kinder sicherer fühlen.

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