Von wegen “die süßen Kleinen”: Kinder im Trotzalter

Nicht immer muss eine Krankheit die Ursache sein, wenn Kinder unleidlich sind. Wenn “Ich will aber!” und “Nein!” Hauptbestandteile des kindlichen Wortschatzes werden, besteht der begründete Verdacht, dass der Nachwuchs das Trotzalter erreicht hat. Etwa zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr liegt diese Entwicklungsphase bei Kindern, die von den in dieser Zeit häufig überforderten und genervten Eltern vor allem eines verlangt: Ruhe bewahren! Zwar gibt es homöopathische Globuli, die gegen Unruhe helfen können, aber man sollte bedenken, dass es hier nicht um eine Krankheit geht, sondern um eine Entwicklungsphase!

Mehrere Trotzanfälle täglich sind keine Seltenheit

Meist beginnt es ganz harmlos, doch schon eine Kleinigkeit reicht aus, um das süße kleine Kind in einen schreienden Tyrannen zu verwandeln. Im Trotzalter beginnen Kinder wahrzunehmen, dass sie vieles selbständig können – essen, ankleiden, laufen, “nein” sagen können – und diese neuen Erfahrungen möchten die Kleinen natürlich so oft wie möglich machen. „Kann alleine“ ist da ein häufig gehörter Ausspruch. Die Unterstützung von Mama und Papa wird entschieden abgelehnt, stattdessen wird der eigene Wille, im Zweifelsfall auch durch lautes Schreien, durchgesetzt. In der Hochphase des Trotzalters sind mehrere Anfälle pro Tag keine Seltenheit.

Ruhe bewahren und Geduld beweisen

Ob zu Hause oder unterwegs, im Trotzalter kann es zwischen Eltern und Nachwuchs durchaus turbulent zugehen. Auch das viel zitierte Beispiel des schreienden Kindes an der Supermarktkasse wird vielen Eltern aus eigener Erfahrung bekannt sein. Doch wie reagieren Sie am besten auf diese Anfälle?

Oberstes Gebot im Trotzalter: Ruhe bewahren und viel Geduld beweisen. Die Aggressionen sind nicht persönlich an Sie als Eltern gerichtet, sie sind vielmehr ein wichtiger Baustein in der Entwicklung des Kindes.

Eltern entwickeln verschiedene Strategien um die Kinder wieder zur Ruhe zu bringen. Manche sitzen den Trotzanfall einfach mit stoischer Ruhe aus, andere greifen zu kleinen Tricks. Wenn das Kind sich bockig vor einem Regal auf den Supermarktboden setzt, kann es z.B. schon reichen, wenn man sagt:”Gut, ich hol dich dann ab, wenn Du dich beruhigt hast”, mit dem Einkaufswagen um die nächste Ecke biegt und dort kurz wartet. Viele Kinder kommen dann von allein hinter den Eltern her. Ob solche Tricks funktionieren ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Sie sollten aber niemals dem Kind Angst machen oder leere Drohungen aussprechen.

Trotzanfälle sind in der Regel rasch vorbei, nur selten kommt es zum ernsthaften Streit. In diesem Fall hilft es, abzuwarten, bis sich das Kind wieder beruhigt hat und die Situation dann in Ruhe zu klären.

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